Chronologie
Am 6. Juni 2021 wurde der achte Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt; die Wahlperiode begann mit seiner ersten Sitzung am 6. Juli 2021. Die CDU errang damals 37,1 Prozent, die AfD 20,8 Prozent. CDU, SPD und FDP bildeten anschließend eine Koalition, Reiner Haseloff (CDU) wurde erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.
Im Mai 2025 legte der Landtag den 6. September 2026 als Wahltermin fest — den letztmöglichen Sonntag im verfassungsrechtlich zulässigen Zeitfenster zwischen dem 58. und dem 62. Monat nach Beginn der Wahlperiode. Am 7. August 2025 gab Haseloff bekannt, nicht erneut als Spitzenkandidat anzutreten. Am 1. November 2025 wählte eine CDU-Landesvertreterversammlung in Oschersleben den Landesvorsitzenden Sven Schulze mit 90,09 Prozent zum Spitzenkandidaten. Im Januar 2026 wurde Schulze zum Ministerpräsidenten gewählt.
Am 24. Juli 2026 ließ der Landeswahlausschuss die Landeswahlvorschläge der antretenden Parteien zu. Eine Infratest-dimap-Umfrage vom 30. Juli 2026 wies die AfD mit 41 Prozent als klar stärkste Kraft aus, gefolgt von CDU (24 Prozent), Linke (13 Prozent) und SPD (7 Prozent); Grüne lagen bei 5 Prozent, BSW bei 4 Prozent.
Rechtlicher Rahmen und Wahlsystem
Artikel 43 der Landesverfassung schreibt vor, dass die Landtagswahl frühestens im 58. und spätestens im 62. Monat nach Beginn der Wahlperiode stattfindet, sofern der Landtag nicht vorzeitig aufgelöst wird. Der Landtag besteht aus mindestens 83 Abgeordneten; durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann die Zahl steigen — derzeit umfasst er 97 Sitze.
Jeder Wähler verfügt über zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird in jedem der 41 Wahlkreise ein Direktkandidat gewählt. Die Zweitstimme, die für die Sitzverteilung maßgeblich ist, gilt der Landesliste einer Partei. Die Mandate werden nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren proportional auf alle Parteien verteilt, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erringen. Wahlvorschläge mussten bis zum 20. Juli 2026 eingereicht werden; für nicht im Landtag vertretene Parteien galten Unterstützungsunterschriften von mindestens 1.000 Wahlberechtigten für Landeslisten und 100 für Kreiswahlvorschläge.
Spitzenkandidaten und Parteien
Die CDU tritt unter Sven Schulze an, der seit Januar 2026 Ministerpräsident ist und zuvor als Wirtschaftsminister dem Kabinett Haseloff III angehörte. Er ist seit 2018/2019 Landesvorsitzender. Die AfD nominierte am 23. Mai 2025 auf einem Parteitag in Magdeburg Ulrich Siegmund mit 98,3 Prozent der Delegiertenstimmen; Siegmund ist seit 2016 Landtagsabgeordneter und seit 2022 Co-Fraktionsvorsitzender. Der AfD-Landesverband wird vom Landesverfassungsschutz seit 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
Die SPD geht mit Armin Willingmann ins Rennen, der seit 2016 der Landesregierung angehört und gegenwärtig das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt führt sowie erster stellvertretender Ministerpräsident ist; er wurde am 16. Juni 2025 vom Landesvorstand nominiert und am 6. September 2025 auf einem Parteitag bestätigt. Die Linke stellt erneut Eva von Angern auf, die seit 2002 dem Landtag angehört und seit 2020 die Linksfraktion führt; sie war bereits 2021 Spitzenkandidatin. Die FDP setzt wiederum auf ihre Landesvorsitzende und Infrastrukturministerin Lydia Hüskens, die Mitte November 2025 gewählt wurde. Bündnis 90/Die Grünen wählten am 23. November 2025 Susan Sziborra-Seidlitz zur Spitzenkandidatin. Das BSW tritt erstmals in Sachsen-Anhalt an; Anfang März 2026 wurden Claudia Wittig und Thomas Schulze als Spitzenkandidaten-Duo bestimmt.
Umfragelage und Koalitionsarithmetik
Die Umfragen der Monate vor der Wahl zeigen eine deutliche Verschiebung gegenüber dem Ergebnis von 2021. Während die CDU vor fünf Jahren mit 37,1 Prozent klar vorne lag, führt in den Erhebungen des Jahres 2026 die AfD. Eine Umfrage vom Mai 2026 wies die AfD bei einem Rekordwert von 42 Prozent aus; die Infratest-dimap-Erhebung vom 30. Juli 2026 sah sie bei 41 Prozent, die CDU bei 24 Prozent — ein Rückgang von rund 13 Prozentpunkten gegenüber 2021. Die Linke legt im Vergleich zu 2021 leicht zu (13 Prozent), die SPD verbleibt bei rund 7 Prozent.
Die Koalitionsarithmetik gestaltet sich für die CDU schwierig. Eine Zusammenarbeit mit der AfD hat Ministerpräsident Schulze ausgeschlossen. BSW liegt in jüngsten Umfragen bei 4 Prozent und damit unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde, was die Bildung einer Mehrheit ohne AfD-Beteiligung weiter erschwert. Eine eigene Analyse des Hauses vom 22. Juli 2026 beschreibt die Ausgangslage als eine, aus der es für die CDU kaum einen rechnerisch komfortablen Ausweg gibt.